Die Rinderner Kolke, von der betreuenden NABU-Station als Rindernsche Kolke bezeichnet, liegen nordwestlich von Kleve. Es sind keine dekorativ angelegten Parkteiche. Die kleinen, teils rundlichen Gewässer entstanden durch frühere Deichbrüche und liegen heute in einer von Weiden, Hecken und Kopfbäumen geprägten Kulturlandschaft. Der historische Drususdeich ermöglicht Einblicke, ohne die Ufer selbst betreten zu müssen.

Das Wasserloch mit seiner Umgebung betrachten

Beim ersten Halt fällt vielleicht nur eine spiegelnde Fläche auf. Sehen Sie genauer hin: Ist der Rand offen oder dicht bewachsen? Gibt es flache Übergänge oder wirkt die Wasserfläche scharf begrenzt? Stehen Bäume direkt daneben? Diese Unterschiede helfen zu verstehen, warum benachbarte Gewässer nicht dieselben Bedingungen bieten.

Die Naturschutzstation beschreibt sowohl zeitweise austrocknende als auch dauerhaft wasserführende Gewässer. Ein trockener Kolk ist deshalb nicht automatisch ein zerstörter Teich. Umgekehrt lässt sich aus dieser natürlichen Verschiedenheit nicht schließen, dass jede zusätzliche Austrocknung unproblematisch wäre. Langfristige Veränderungen des Wasserhaushalts müssen über längere Zeit untersucht werden. Ein einzelner Besuch liefert einen Ausschnitt, keinen vollständigen Zustandsbericht.

Eine kleine Vergleichsaufgabe

Wählen Sie zwei vom Weg sichtbare Gewässer und vergleichen Sie jeweils dieselben Merkmale: Größe des sichtbaren Wassers, Vegetation am Rand und vorhandene Schattenflächen. Verändern Sie Ihren Standort dabei nur auf erlaubten Wegen. Eine einfache Zeichnung kann die Unterschiede besser festhalten als zwei stark vergrößerte Fotos ohne räumlichen Zusammenhang.

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann zunächst Vermutungen sammeln, wo sich ein Tier verstecken könnte. Danach wird nur geprüft, welche Verstecke tatsächlich sichtbar sind. Es geht nicht darum, etwas aus dem Gebüsch zu locken. Steine ins Wasser zu werfen oder Pflanzen zur Seite zu ziehen würde genau die Situation verändern, die beobachtet werden soll.

Weidetiere gehören zum Bild

Die Beweidung ist Teil der Nutzung und Pflege dieser Landschaft. Zäune trennen nicht nur Besucher von Tieren, sondern strukturieren die bewirtschafteten Flächen. Bleiben Sie außerhalb eingefriedeter Bereiche, schließen Sie erlaubterweise benutzte Tore entsprechend den Hinweisen und füttern Sie Tiere nicht. Ein scheinbar neugieriges Rind macht aus einer Weide keinen Streichelbereich.

Für den Rückweg lohnt ein letzter Blick auf die Verbindung zwischen den Kolken: Hecken, Gräben und Wiesen liegen nicht zufällig zwischen isolierten Wasserpunkten. Notieren Sie, welche Strukturen aus Ihrer Perspektive zusammenhängen. Auf diese Weise wird aus dem kurzen Spaziergang eine Beobachtung der ganzen Landschaft, ohne dass jede einzelne Wasserfläche erreicht werden muss.