Der Klever Reichswald ist groß genug, dass „wir fahren in den Wald“ noch keine brauchbare Wegplanung ist. Die Klever Tourismusinformation beschreibt ein Waldgebiet von rund 5.100 Hektar und verweist auf eine eigene Wanderkarte. Für einen entspannten Tag ist deshalb weniger entscheidend, möglichst viele Sehenswürdigkeiten miteinander zu verbinden, als einen passenden Zugang und einen nachvollziehbaren Rückweg zu wählen. Die folgenden Überlegungen helfen bei dieser Auswahl; sie ersetzen keine konkrete, aktuelle Routenkarte.
Ein Ausgangspunkt ist mehr als ein Parkplatz
Beginnen Sie mit dem genauen Ort, an dem Ihr Spaziergang starten soll. Speichern Sie dessen Position und den Namen der nächsten Straße. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, muss zusätzlich den Weg von der Haltestelle zum Waldeingang und die Rückfahrt prüfen. Ein Waldsymbol auf einer Übersichtskarte sagt wenig darüber aus, wo sich ein sinnvoller Zugang befindet. Auch eine Verbindung auf der Karte muss nicht automatisch ein für die eigene Gruppe geeigneter Fußweg sein.
Die Stadtbroschüre zum Reichswald verzeichnet mehrere Parkplätze und Ziele, darunter die Sieben Quellen und den Geldenberg. Nutzen Sie eine solche Übersicht zunächst zum Eingrenzen eines Teilgebiets. Erst danach wählen Sie einen ausgeschilderten oder nachvollziehbar beschriebenen Weg. Zwei interessante Namen auf derselben Karte sind noch keine Empfehlung, beide an einem Nachmittag zu verbinden. Tragen Sie Start, Ziel und Rückweg zusammen ein, bevor Sie sich auf eine Runde festlegen.
Länge allein beschreibt den Spaziergang nicht
Ein kurzer Weg mit Wurzeln, weichem Boden und Steigung kann anstrengender sein als eine längere feste Verbindung. Fragen Sie bei der Tourist-Info deshalb nach dem Zustand und der Beschaffenheit der gewünschten Strecke, besonders mit Kinderwagen oder Gehhilfe. Ein Waldspaziergang ist nicht allein dadurch barrierearm, dass die Region als Niederrhein bekannt ist. Das Landesportal zu den Wildnisgebieten beschreibt für einen Teil des Reichswalds ausdrücklich ein wechselndes Relief.
Wählen Sie für eine Gruppe die Strecke nach der Person mit dem geringsten Tempo und planen Sie Pausen als Teil des Ausflugs. Wenn Kinder unterwegs Blätter vergleichen oder auf Geräusche achten, ist das bereits der Inhalt des Waldtags. Eine knapp bemessene Rundtour setzt diese kleinen Unterbrechungen unnötig unter Zeitdruck. Für den ersten Besuch kann ein Hin- und Rückweg leichter einzuschätzen sein als eine Runde mit unbekannter zweiter Hälfte.
Orientierung früh überprüfen
Speichern Sie die Karte vor dem Start so, dass sie auch ohne Datenverbindung nutzbar ist. Prüfen Sie an der ersten Abzweigung, ob die eigene Position, die Wegdarstellung und mögliche Markierungen zusammenpassen. Diese kurze Kontrolle ist hilfreicher als eine lange Diskussion erst dann, wenn alle müde sind. Fotografieren Sie bei Bedarf die Ausgangstafel und behalten Sie den Rückweg im Blick; das Foto ersetzt allerdings keine ausreichende Karte.
Ein sinnvoller Umkehrpunkt hängt von der verbleibenden Helligkeit, den Kräften der Gruppe und dem Rücktransport ab. Legen Sie ihn nicht erst fest, wenn ein Ziel erreicht ist. Wenn eine Markierung fehlt oder eine Wegsperrung erscheint, verlängern Sie die Tour nicht spontan quer durch den Bestand. Gehen Sie zum letzten eindeutig bekannten Punkt zurück und beurteilen Sie dort, ob eine ausgewiesene Alternative wirklich in Ihren Plan passt.
Den Waldtag an die Bedingungen anpassen
Nach Regen können Schuhe und Kleidung anders beansprucht werden als auf einer Stadtrunde. Nehmen Sie Wasser und etwas zu essen mit, statt unterwegs eine Bewirtung vorauszusetzen. Eine zusätzliche trockene Schicht ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kinder lange auf feuchtem Untergrund spielen oder die Rückfahrt noch dauert. Halten Sie die Ausrüstung überschaubar, aber verteilen Sie wichtige Dinge nicht so, dass sie nur eine weit vorausgehende Person trägt.
Bei angekündigtem Sturm ist ein Waldtag keine gute Wahl. Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium weist darauf hin, dass auch nach einem Sturm noch Äste herabfallen und Bäume umstürzen können. Respektieren Sie daher Sperrungen und wechseln Sie bei solchen Bedingungen das Tagesprogramm. Ein umgestürzter Stamm ist kein verlässliches Spielgerät; Holz und Wurzelteller können unter Spannung stehen.
Bleiben Sie für einen ruhigen Spaziergang auf den vorgesehenen Wegen und betrachten Sie Pilze, Rinde und Tiere von dort. Nehmen Sie Müll wieder mit und lassen Sie anderen genug Platz zum Vorbeigehen. Für Fotos braucht es keinen Schritt ins Unterholz. Oft lässt sich gerade an einem kurzen, vertrauten Abschnitt mehr beobachten, wenn man langsamer wird und beim Rückweg dieselbe Stelle aus der Gegenrichtung betrachtet.
