Am letzten kalten Winterdonnerstag im Februar wurde es auf einer Eigentumsfläche der Gemeinde Weeze zwischen Niers und der Kreuzung Hamscherweg /Höst-Vornicker-Weg unruhig. Auf der vom Biohof Büsch bewirtschafteten Fläche wurde ein Vorzeigeprojekt des Interreg-Projekts „Grenzenlose Landschaft“ von Fachleuten der Vereniging Nederlands Culturlandschap (VNC), dem Naturschutzzentum im Kreis Kleve (NZ) und weiteren Partnern umgesetzt.
Entlang einer trockeneren Geländekante und im Überflutungsbereich der Niers gelegenen Abschnitte wurden insgesamt 360 m Hecke gepflanzt. Dabei kamen elf heimische und an die jeweiligen Standortbedingungen angepasste Gehölzarten in den Boden. Typische Elemente einer niederrheinischen Hecke sind beispielsweise Weißdorn und Roter Hartriegel auf trockeneren Standorten, während Erle, Faulbaum oder Schlehe auch mit feuchteren Bedingungen gut zurechtkommen. Artenreiche Hecken wie diese locken eine Vielzahl verschiedener Insekten an und bieten Futter-, Nist- und Rückzugsraum für viele Vögel, Kleinsäuger oder Amphibien.
Aus landwirtschaftlicher Sicht birgt die Hecke auf dieser Weidefläche große Vorteile, da sie für das Weidevieh als Windschutz dient und in den heißen, sonnigen Sommermonaten Ruhe- und Schattenplätze bietet. Als lineares Strukturelement stellt eine Hecke zudem ein verbindendes Element zwischen verschiedenen Lebensräumen dar, das von Tierarten als Wanderkorridor durch die Kulturlandschaft genutzt wird und auch für Niederwild wie Hase, Wachtel oder Rebhuhn einen idealen Lebensraum bietet.
Auch die Gemeinde Weeze unterstützt das Projekt. So war auch Bürgermeister Georg Koenen vorort und betonte den Mehrwert der Pflanzung für den Natur- und Artenschutz in der Gemeinde. Die Idee zur Heckenpflanzung entstand bereits vor einigen Jahren, als der Jagdpächter der Fläche auf die damalige Artenschutzbeauftragte der Gemeinde Weeze zuging. Gemeinsam entwickelten sie ein Heckenkonzept für die Weide, welches letztlich durch das Interreg-Projekt „Grenzenlose Landschaften“ ergänzt, gefördert und umgesetzt wurde. Dieses Vorzeigeprojekt zeigt, dass die verschiedenen Interessen von Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz gut vereinbar sind und für alle Beteiligten einen Gewinn darstellen können.
Trotz der ungemütlichen Witterung und der anspruchsvollen Bodenverhältnisse war die Pflanzung durch das Pflanzteam von VNC innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen. Ein Zaun zur Einhegung der Weidefläche wird ebenfalls durch das Projekt finanziert und witterungsbedingt im April vor dem Weideauftrieb errichtet.
Ziel des grenzüberschreitenden, deutsch-niederländischen Interreg-Projektes ist es, die Kulturlandschaft mithilfe von Landschaftselementen klimawandelresilienter zu gestalten, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Biodiversität in der Kulturlandschaft zu fördern. Zusätzlich sollen kulturhistorische, landschaftstypische und naturschutzfachliche Besonderheiten im Projektgebiet zwischen Weeze, Kalkar, Uedem und Goch herausgearbeitet und durch ergänzende Radrouten für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden.
Das Projekt läuft noch bis Juni 2027. Weitere Informationen zum Projekt sowie zur Förderung von Heckenpflanzungen können unter www.nz-kleve.de/projekte nachgelesen werden.