Wechselhaftes Wetter verlangt auf einer Radtour mehr als eine Jacke tief im Gepäck. Entscheidend ist, ob Sie rechtzeitig reagieren können: Kleidung anziehen, bevor sie innen nass wird, einen geeigneten Halt erreichen und die Runde bei Bedarf verkürzen. Am offenen Niederrhein können Wind und Regen zusammen unangenehmer sein als ein kurzer Schauer in einer geschützten Straße.
Die Kleidung im Fahrzustand prüfen
Eine Regenjacke sollte beim Vorbeugen ausreichend abdecken und an Schultern sowie Armen Bewegungsfreiheit lassen. Prüfen Sie zu Hause, ob die Kapuze den seitlichen Blick einschränkt und ob Ärmel die Bedienung der Bremsen behindern. Lose Bänder werden gesichert. Eine Jacke, die im Stehen gut passt, kann auf dem Fahrrad ungünstig sitzen.
Der ADFC empfiehlt für Touren eine anpassbare Bekleidung und Windschutz. Mehrere kombinierbare Schichten helfen, weil die Belastung beim Treten und die Abkühlung in einer Pause unterschiedlich sind. Öffnen oder schließen Sie Belüftung rechtzeitig. Wenn Sie sich durch starkes Schwitzen von innen durchnässen, löst eine wasserdichte Außenlage allein das Problem nicht.
Nasse Sachen getrennt unterbringen
Packen Sie eine trockene zusätzliche Schicht in einen eigenen wasserdichten Beutel. Die Regenjacke liegt oben oder in einem schnell zugänglichen Fach. Wer bei den ersten Tropfen mehrere Taschen entleeren muss, verschiebt den Halt oft unnötig. Telefon, Dokumente und Ersatzkleidung erhalten einen eigenen Feuchtigkeitsschutz, auch wenn die Tasche als wetterfest beworben wird.
Nach einem Schauer kommt nasse Kleidung nicht direkt zur trockenen Reserve. Ein separater Beutel verhindert, dass die einzige warme Schicht bis zur nächsten Pause feucht wird. Achten Sie beim Wiederbefestigen der Tasche darauf, dass keine Gurte an Reifen oder Kette gelangen.
Den Weg an den Regen anpassen
Nasse Markierungen, Laub und glatte Oberflächen verlangen mehr Ruhe beim Lenken und Bremsen. Reduzieren Sie das Tempo vor unübersichtlichen Stellen und lassen Sie größeren Abstand. Ein vertrauter Schotterweg kann nach Regen weicher sein; eine Ausweichroute wird auf Eignung geprüft, statt lediglich nach kürzester Entfernung ausgewählt.
Legen Sie einen Ort fest, an dem die Runde ohne großen Umweg beendet oder verkürzt werden kann. Bei Gewitter- oder Sturmwarnungen wird der Ausflug verschoben beziehungsweise rechtzeitig in einem geeigneten sicheren Ort unterbrochen. Ein einzelner Baum oder eine beliebige offene Hütte ist kein verlässlicher Schutzplan. Prüfen Sie die aktuelle Wetterentwicklung auch während längerer Pausen. So bleibt die Entscheidung an die tatsächlichen Bedingungen gebunden und nicht an den Ehrgeiz, eine vorbereitete Runde trotz allem zu fahren.
