Fünf Tage Festveranstaltungen Schützenfest und Kirmes sind in Kellen bereits wieder Geschichte.

Ein erneut sehr positives Fazit zog der Vorstand des Kellener Schützenvereins e. V., der gut besuchte Veranstaltungen, gutes Kirmeswetter, einen grandiosen Festzug, fünf (!) Reflektanten, einen neuen König und einen stimmungsvollen Krönungsball auf der Habenseite verbuchen konnte.

Beim Start der Festivitäten im gut gefüllten Festzelt am Donnerstag mit der Ü-60 Party konnten zahlreiche Besucher Kaffee und Kuchen sowie die musikalischen und kabarettistischen Darbietungen der Sascha Band aus Duisburg sowie des Duos Thekentratsch genießen. Zudem fanden einige ihr Glück bei der Tombola mit interessanten Preisen.

Am Freitagabend heizten dann DJ Karam und DJ Lava Una mit „Summer Vibes“ und fetten Beats den vorwiegend jüngeren Besuchern ein. Der Besuch an diesem Tag ist für die Zukunft sicherlich noch ausbaufähig.

Mit dem Fassanstich begann der offizielle Teil des Kirmessamstags. „Kollege kommt gleich“ hieß anschließend das Kernthema der von Pfarrer Rohländer und Pastor Notz durchgeführten Andacht in der evangelischen Kirche. Musikalisch wurde die Andacht wieder durch den Männergesangverein Kellen bereichert. In Personalunion hatte Sanges- und Schützenbruder Heinz Evers für die Andacht gemeinsam mit den Geistlichen wieder ein harmonisches Konzept entwickelt.

Nach der Andacht erfolgte am Ehrenmal am alten Friedhof die Kranzniederlegung im Gedenken an die verstorbenen Schützenbrüder und -schwestern. In diesem Jahr dann außergewöhnliches zu Ehren des Ehepaares Helmut und Ursel Ketelear vom Bürgerschützenverein 1952 Kellen. Es wurde ein Zapfenstreich unter der souveränen Leitung des Majors Hans-Werner Hartmann (KSV) durchgeführt. Selbst der Wettergott war so gerührt, dass er während des Zapfenstreiches einige Tränen (Tropfen) hinunter auf die Erde schickte. Bravourös dabei waren die Musikdarbietungen des Bundesschützenmusikvereins Elten sowie des Tambourcorps Elten.

Am Samstagabend im Festzelt wurden die Töne dann rockiger. Live-Rock-Musik von der Band Skip Direction war angesagt. Das bestens gefüllte Zelt erinnerte an „alte Zeiten“. Die zahlreichen Besucher tanzten und rockten bei schöner und ungestörter Kirmesatmosphäre bis zum frühen Sonntagmorgen.

Da waren die Schützen schon fast wieder auf den Beinen und sammelten sich beim Präsidentenempfang bzw. bei den Kompanien des Vereins. Anschließend erfolgte unter dem Applaus zahlreicher Zuschauer von Nah und Fern der sternförmige Aufmarsch der Schützen- und Musikvereine am Parkplatz des Finanzamts. Besonders beeindrucken konnte beim Aufmarsch und im Festzug wieder der Bürger-Schützenverein zu Soest, der nunmehr seit fast 20 Jahren eine Freundschaft zum Kellener Schützenverein pflegt. Zahlreiche Soester Bürger-Schützen mit König, der gleichzeitig auch Kaiser ist, Königin und Throngefolge hatten wieder den Weg nach Kellen gefunden. Bei prächtigem Wetter fand danach der wieder imposante Festzug auf Kellens Straßen statt. Vier Schützenvereine, vier Musikvereine und fünf Tambourcorps schlängelten sich mit Königskutschen und Begleitfahrzeugen durch Kellen – am Rand des Geschehens auch in den Nebenstraßen der Emmericher Straße zahlreiche Zuschauer.

Nach erfolgter Parade sammelten sich dann die Schützen des Kellener Schützenvereins auf der Festwiese, um im Beisein der Gast- und Musikvereine mit dem Vogelschießen zu beginnen. Sehr schnell war der Adler um Kopf (Peter Haas), rechten (Sebastian Preuß) und linken Flügel (Antje Pastoors) erleichtert. Alle Genannten gehören der 2. Kompanie („de Twedde“) an. Und das hatte Folgen. Der Ehrgeiz der Schützen der 2. Kompanie, den Vogel nunmehr komplett zu erlegen, war geweckt, so dass sich nach dem Aufruf „Königsreflektanten vortreten“ gleich fünf Anwärter – darunter zwei der 2. Kompanie – meldeten, eine wohl seit 1990 nicht mehr dagewesene Zahl an Königsbewerbern. „Schießstand wegen Überfüllung geschlossen“ – hieß es.

Dann entwickelte sich zwischen Mario Coumans, Franz-Theo Dirmeier, Lutz Intveen, Jens Kühnast und Mario Tenhaaf ein spannendes Finale im Ringen um die Königswürde. Mit dem 159. Schuss war es dann soweit. Und – wie konnte es an diesem Tag anders sein – es war Jens Kühnast aus der 2. Kompanie mit dem letzten Schuss des Tages, der erfolgreich war und den Rest des Vogels von der Stange holte. Unbeschreiblicher Jubel nicht nur beim König sondern allgemein auf der Festwiese. Jens Kühnast wird nun mit Ehefrau Tanja den Kellener Schützenverein ein Jahr lang repräsentieren und folgt somit König Theo (Brauer) und Gattin Jutta nach.

Nachdem das neue Majestätenpaar am Montagabend mit ihrem Throngefolge einen kleinen Festzug durch Kellen gemacht hatte, wurde es im sehr gute gefüllten Festzelt und bei einem stimmungsvollen Krönungsball als Jens I. und Tanja I. proklamiert. Zu begeisternder Unterhaltungs- und Partymusik der Kapelle „Sunset“ wurde durch das Königspaar mit Throngefolge, Schützen und Gästen gefeiert wie schon lange nicht mehr. Präsident Thomas Rehm hatte mit der Ankündigung einer „rauschenden Ballnacht“ nicht zu viel versprochen. Erst im Morgengrauen fanden die letzten Feierwilligen nach Hause.

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