Reliquien der Heiligen Bernadette aus Lourdes kommen nach Kevelaer

Erste Station in Deutschland – Reliquiar wird drei Tage ausgestellt

Kevelaer (pbm/cb). Der Reliquienschrein der Heiligen Bernadette Soubirous, die vor 160 Jahren in Lourdes Marienerscheinungen hatte, kommt nach Kevelaer. Der niederrheinische Wallfahrtsort ist von Freitag, 7. September, bis Sonntag, 9. September, die erste Station einer Reise, die den Schrein durch zahlreiche deutsche Bistümer führen wird. Im Bistum Münster werden die Reliquien ausschließlich in Kevelaer zu Gast sein.

In dem Schrein werden, erklärt Wallfahrtsrektor Gregor Kauling, Hautpartikel aufbewahrt, die der Heiligen nach ihrem Tod für medizinische Untersuchungen entnommen worden waren. „Wir beten keine Körperteile oder Stoffreste an, sondern sehen die Botschaft dahinter“, betont der Wallfahrtsrektor. Gerade in Lourdes stehe die Gottesmutter für die Heilung, in Kevelaer werde sie als Trösterin der Betrübten verehrt. „Daher lautet das Motto für diese Tage ,Zeichen des Trostes‘“, sagt Kauling, „hier begegnet der Trost dem Heil.“

Dr. Bastian Rütten, Theologischer Referent der Wallfahrt, weiß, dass viele Menschen die Geschichte der Bernadette und die Verehrung ihrer Reliquien mit Skepsis betrachten: „Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es, die Botschaft möglichst erlebbar zu machen und konkret zu zeigen, wie man mit diesen wunderbaren Dingen in Berührung kommen kann.“ Dazu gehören zum Beispiel Einzelsegnungen, die zu diesem Anlass mehrmals am Tag auf dem Kapellenplatz angeboten werden, auch Krankensalbungen sind möglich. „Trost und Heil haben wir alle auf die eine oder andere Weise nötig“, ist sich Rütten sicher. In Kevelaer wolle man „den Menschen anbieten, eine Erfahrung zu machen“, aus der sie möglichst neue Kraft schöpfen können. Daher würden nicht nur zahlreiche Gottesdienste und Anbetungsmöglichkeiten angeboten, sondern auch die Möglichkeit, mit Seelsorgern ins Gespräch zu kommen und ihnen die eigenen Anliegen vorzutragen.

Zu den Höhepunkten den Empfangs der Reliquien gehört die Vigilfeier am Samstag, 8. September (Mariä Geburt) ab 20.30 Uhr mit einer großen Lichterprozession, bei der der Schrein durch die Straßen getragen wird. Einige Gottesdienste wird der emeritierte Bischof von Lourdes und Tarbes, Jaques Perrier, mit den Gläubigen feiern. Die meiste Zeit wird der Schrein jedoch in der Marienbasilika stehen. Das komplette Programm ist auf der Seite www.wallfahrt-kevelaer.de abrufbar. Die nächsten Stationen des Schreins sind das Bistümer Osnabrück sowie die Erzbistümer Paderborn und Köln.

Zu einem besonderen Ereignis wird der Empfang der Reliquien für die Mitglieder der Deutschen Hospitalité unter Vorsitz von Antoinette Freifrau von Elverfeldt aus Weeze. Die Hospitalité ist eine Laien-Bruderschaft, die in Lourdes im Auftrag des Bischofs den Empfang und das Geleit der Pilger organisiert und koordiniert. Sie feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Den Gottesdienst zu diesem Jubiläum feiert Bischof Dr. Felix Genn im St.-Paulus-Dom in Münster am Samstag, 8. September, ab 10.30 Uhr. Die Feier wird im Internet unter anderem auf www.bistum-muenster.de übertragen.

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