Weniger Geld für Warmwasser – Andreas Maaßen spart an der Wasserburg Rindern viel Energie

Kleve (pbm). Das Murmeltier kann Andreas Maaßen an seinem Arbeitsplatz im westlichen Münsterland nicht täglich grüßen, wohl aber die Technik. Jeden Tag geht er durch „seine“ Technikräume und notiert unter anderem die Zählerstände von Gas, Wasser und Strom. Er ist Elektriker und seit 18 Jahren Hausmeister an der Heimvolkshochschule Wasserburg Rindern in Kleve.

Das Haus wurde bereits 2010 als Modellprojekt im Bistum Münster von „Zukunft einkaufen“ zertifiziert. 2015 und 2018 folgten die Rezertifizierungen. Maßgeblich zum Gelingen der Auszeichnung hat neben Küche und Hauswirtschaft Andreas Maaßen in seiner Funktion als engagierter Hausmeister.

Sukzessive hat er einzelne Ideen zur Ressourceneinsparung im Haus umgesetzt: Perlatoren an den Waschbeckenarmaturen, durchflussreduzierende Duschköpfe, Brennwerttechnik an drei Kesseln im Heizungsraum. Seit drei Jahren ersetzt er defekte Glühbirnen und Leuchtstoffröhren konsequent mit LED-Lampen. Wenn er sieht, dass im Winter Fenster stundenlang offen stehen oder Licht unnötig brennt, klärt er Gäste oder Kursleiter darüber auf, besser stoßweise zu lüften und beim Verlassen der Räume das Licht auszuschalten.

Bei seinem täglichen Kontrollgang durch die Technik sieht er sofort, wenn beispielsweise ein Wasserrohr gebrochen ist und ungewöhnlich viel Wasser verbraucht wird. Durch die intensive Beobachtung kennt er die einzelnen Gebäude und weiß zum Beispiel, welche Vorlauftemperatur die einzelnen Heizkreisläufe bei welcher Außentemperatur brauchen, damit bei aller Sparsamkeit trotzdem überall genug Wärme ankommt. Eine Vorlauftemperatur von 60 Grad ist seines Erachtens in der Regel schon zu hoch. Auch weil er diese möglichst niedrig hält, kann er den Energieverbrauch minimieren. Die abgelesenen Verbrauchsdaten überträgt er in seinen Rechner und erstellt damit eine Verbrauchskurve, die er mit den Kurven aus den Vorjahren und den Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes abgleicht. Damit weiß er beispielsweise, dass die drei neuen Kessel mit Brennwerttechnik in seinem Haus nur eine Energieeinsparung von rund zwei Prozent bringen.

Die Verbräuche werden mit der Umwelterklärung der Rezertifizierung 2015, beziehungsweise demnächst von 2018, auf der Internetseite der Bildungseinrichtung veröffentlicht unter https://wasserburg-rindern.de/aktuelles/details/wasserburg-rindern-fuehrt-ein-umweltmanagementsystem-ein. Die Zahlen zeigen, dass insbesondere die neuen Duschköpfe und die Wasserspartasten an den Toiletten rund acht Prozent Wasser sparen und der witterungsbereinigte Energieverbrauch von 2013 – darin ist auch die Energie für die Erwärmung von Warmwasser enthalten – sich im Jahr 2014 um zirka 13 Prozent verringert hat. Dazu beigetragen hat zusätzlich, dass Andreas Maaßen anhand der Zahlen die vorgehaltene Warmwassermenge von früher 3.200 Litern auf 1.700 Liter reduzieren konnte.

Das Ausfüllen der Checklisten für Level zwei des Projekts, das das Umweltmanagementsystem von „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ umfasst, war auch für Andreas Maaßen zunächst viel Mühe: „Aber wenn es erst einmal angelegt und geschafft ist und man es nur noch fortschreibt, ist der Aufwand überschaubar und der Gewinn groß“, ist seine
Erfahrung. „Denn es liefert kontinuierlich einen guten Überblick und, ganz wichtig, es macht
Erfolge messbar.“

Ideen und Anregungen, was man als Hausmeister tun kann, hat Andreas Maaßen unter anderem
von Fortbildungen im Franz-Hitze-Haus mit in die Einrichtung genommen. Auch bei sich
zuhause spart er gern mit neuen Ideen immer wieder Ressourcen ein. „Mit vielen Schritten
kommt man am weitesten“, ist er sichtlich stolz auf das Erreichte. Und was er bislang noch
nicht umsetzen konnte, bleibt in der Pipeline bis die Zeit dafür reif oder eine bessere Idee
sinnvoll ist.

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